Nachhaltige Stromversorgung
Die Stromversorgung in Deutschland steht vor entscheidenden Weichenstellungen. Ein großer Teil der fossil betriebenen Kraftwerke und die Atomkraftwerke werden in den kommenden Jahren vom Netz gehen und müssen durch neue Kapazitäten ersetzt werden. Diese neuen Kraftwerke haben wiederum eine Lebensdauer von dreißig bis fünfzig Jahren. Die Investitionen der nächsten Jahre werden somit die Treibhausgasemissionen aus der Stromerzeugung bis zur Mitte des Jahrhunderts bestimmen. Sie dürfen die langfristigen klimapolitischen Ziele Deutschlands nicht gefährden. Zentrale Herausforderung der Energiepolitik ist ein Übergang zu einer nachhaltigen Stromerzeugung, die Treibhausgasemissionen weitestgehend vermeidet.
Die Vorstellung, dass nur ein „ausgewogener Energiemix“ eine solche Stromversorgung gewährleisten könne, ist weit verbreitet. Tatsächlich zeichnet sich aber ab, dass Grundlastkraftwerke auf der Basis von Kohle und Uran nicht mit der teilweise stark fluktuierenden Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen zusammenpassen. Als Ergänzung zu erneuerbaren Stromquellen werden stattdessen gut regelbare Kraftwerkstypen benötigt. Steuert der geplante Neubau von Kohlekraftwerken in einen grundlegenden Systemkonflikt? Behindern neue Grundlastkraftwerke den notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien?
In einem Sondergutachten zur Zukunft der Stromversorgung in Deutschland wird der SRU diese Fragen analysieren. Er richtet dabei den Blick auf das Jahr 2050 und erweitert damit den Zeithorizont der aktuellen energiepolitischen Debatte.
Aus Sicht des SRU ist es möglich, den Strombedarf in Deutschland langfristig vollständig auf der Basis erneuerbarer Energien zu decken. Hierfür muss jedoch die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden. Elektrizitätsnetze müssen erweitert, Leitungen für effiziente Fernübertragung gebaut und Speicherkapazitäten bereitgestellt werden. Eine solche Umstrukturierung erfordert einen starken politischen Gestaltungswillen.
Weiterführende Literatur:
SRU Thesenpapier (de) : Weichenstellungen für eine nachhaltige Stromversorgung
SRU Thesenpapier (en) : 5 Propositions: Setting the Course for a Sustainable Electricity System
Vorträge aus der Veranstaltung des SRU „Weichenstellungen für eine nachhaltige Stromversorgung“ vom 28. Mai 2009
Professor Dr. Olav Hohmeyer: Systemkonflikte im Übergang: Warum man sich frühzeitig für einen Pfad entscheiden muss?
Prof. Dr. Uwe Leprich: Die Instrumentierung des Übergangs
Dr. Joachim Nitsch: Die Vision einer 100% regenerativen Stromversorgung
Weitere Beiträge:
31.August 2010: Wir brauchen eine mutige Energiepolitik
Gastbeitrag auf ZEIT ONLINE (Prof. Dr. Martin Faulstich)
12.Juli 2010: Anfrage des Regierungspräsidiums Freiburg und Antwort des SRU zur Notwendigkeit des Pumpspeicherkraftwerkes Atdorf
21. Juni 2010: Plädoyer für eine instrumentelle Flankierung des Emissionshandels im Elektrizitätssektor
Aufsatz Karin-Holm-Müller, Michael Weber
5. Mai 2010: Anhörung des Umweltausschusses des Deutschen Bundestags
Powerpointpräsentation Prof. Dr. Olav Hohmeyer
11.03.2010 EurActiv
Europas Weg zu 100 Prozent Ökostrom (Dr. Christian Hey)
21.02.2010 Frontal21
Kraftwerke statt Klimaschutz (Prof. Dr. Olav Hohmeyer)
18.10.2009 SPIEGEL ONLINE
Atomkraft macht Klimakiller billiger (Prof. Dr. Holm-Müller)
28.10.2009: Interview Dr. Hey zur EEAC Stellungnahme im Westdeutschen Rundfunk
15.10.2009
BR-online: Atomkraft blockiert erneuerbare Energien (Prof. Dr. Faulstich)
13.10.2009: frontal21.zdf.de
Atomenergie- Verlängerte Laufzeiten (Prof. Dr. Olav Hohmeyer)
05.10.2009: Frankfurter Rundschau online
Dr. Christian Hey: Atomkraft als Verhinderungstechnik
September 2009: EEAC- Stellungnahme und Hintergrunddokument:
Nachhaltige europäische Infrastrukturen
September 2009:
Prof. Dr. Martin Faulstich: Erzeugung und Nutzung von Energie in Deutschland Stand und Entwicklungen bis 2050
September 2009
Dr. Christian Hey: Transforming the EU Electricity Systems in the View of Climate Change

