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Forstwirtschaft

Wälder nehmen gegenwärtig ein Drittel der Gesamtfläche Deutschlands ein. Naturnahe Wälder erbringen besonders hohe Leistungen für den Gewässerschutz, die Speicherung von Treibhausgasen, die Erholung und den Schutz von Biodiversität. Noch immer ist die Mehrzahl der Bäume durch Umwelteinflüsse geschädigt. Als Hauptursache für Waldschäden gelten Luftschadstoffe (Ozon, Stickstoffverbindungen, Altlasten von Schwefelverbindungen) aber auch der Klimawandel. Weiterhin gefährden im Wald selbst Forstwegebau, Entwässerung und Monokulturen aus standortfremden Nadelhölzern beziehungsweise nicht heimischen Baumarten die Artenvielfalt. Die Hochwaldwirtschaft führt für eine Reihe von Arten zum Verlust ihres Lebensraumes, indem natürliche Auflichtungen, alte Bäume und Totholz stark reduziert werden. Außerdem wirken Wildhege und Jagd vor allem durch die oftmals überhöhten Wilddichten als Gefährdungsfaktor.

Die Integration der (im Unterschied zur Landwirtschaft nicht subventionierten) Forstwirtschaft in einen globalen Holzmarkt und die steigende Holznachfrage sorgen derzeit für einen Anstieg der Holzpreise. Ähnlich wie in der Landwirtschaft führt die verstärkte Nachfrage nach erneuerbaren Energien auch in der Holzwirtschaft dazu, dass deren Zukunftsaussichten in ökonomischer Hinsicht deutlich besser sind als noch vor wenigen Jahren.

Die Vegetation und hier insbesondere die natürlichen Wälder dienen weltweit als Speicher für 75 % des derzeit in biotischen Systemen fixierten Kohlenstoffs. In Deutschland kommt den Wäldern bisher eine akkumulierende Senkenfunktion zu, die in erster Linie aus den geringen Entnahmeraten in der Vergangenheit und der damit einhergehenden Vergrößerung des Holzvorrates resultiert. Sowohl die Speicher- als auch die Senkenfunktion wird allerdings aufs Spiel gesetzt, wenn der Holzvorrat nicht mehr gleich bleibt bzw. nicht mehr zunimmt. Zu den Maßnahmen, die eine langfristige Erhöhung des Kohlenstoffspeichers ermöglichen, zählen:

  • die Erhöhung der mittleren Bestandesvorräte,
  • die Erhöhung des Totholzanteils,
  • die Verlängerung der Rotationsperiode und
  • der Verzicht auf Treibhausgase freisetzende Produktionsmethoden.

Zusätzliche Stressoren wie Stoffeinträge, Bodenverdichtung sowie Störungen empfindlicher Waldökosysteme sollten reduziert werden.

Aktuell:

02. März 2011
Waldstrategie 2020: Brief an Bundesministerin Ilse Aigner


Weiterführende Literatur:

Umweltgutachten 2008 "Umweltschutz im Zeichen des Klimawandels": Abschn. 3.7.3.3, Abschn. 5.3.3
Umweltgutachten 2000 "Schritte ins nächste Jahrtausend": Kap. 3.1
Sondergutachten 1996 "Konzepte einer dauerhaft umweltgerechten Nutzung ländliche Räume": Abschn. 2.5.3
Materialien zur Umweltforschung 35
Materialien zur Umweltforschung 27


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