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Prof. Kemfert: "Trump wird die globale Energiewende langfristig nicht aufhalten können"

Erscheinungsdatum
02.06.2017

Nach der Ankündigung des amerikanischen Präsidenten Trump, das Pariser Klimaabkommen aufzukündigen, äußerten sich die Ratsmitglieder Prof. Kemfert und Prof. Lucht enttäuscht über diesen Schritt. Aus Sicht des Erdsystemwissenschaftlers Lucht ignoriere die kurzfristige und an Machtinteressen orientierte Politik Trumps dabei die zentralen Erkenntnisse der Wissenschaft über den Klimawandel, der nur gemeinschaftlich und mit fokussierten Anstrengungen begrenzt werden könne.

Dabei hält Prof. Kemfert den Schritt Trumps auch für einen wirtschaftlichen Fehler: „Trump schadet der Wirtschaft mehr als dass er ihr nützt. […] Die Zukunftsmärkte liegen im Bereich der Erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz, der nachhaltigen Mobilität.“ Zwar werde sich die Energiewende auch ohne die Unterstützung der US-Regierung fortsetzen. Allerdings bestehe das Risiko, dass der internationale Klimaschutzprozess an Dynamik verliert.

Vor diesen Hintergrund fordern beide Wissenschaftler verstärkte Anstrengungen der internationalen Staatengemeinschaft – im Zweifel auch ohne die Vereinigten Staaten von Amerika. Dabei betonen sie, dass die bisherigen Selbstverpflichtungen der Staaten nicht ausreichten, um das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten. Auch Deutschland sei bisher nicht auf dem Weg, seine Klimaziele zu erreichen. Daher seien verstärkte Anstrengungen für eine Transformation, insbesondere auch des Mobilitätssystems, erforderlich: „Vorschläge und Ideen gibt es genug. Jetzt geht es um den Willen, das anzupacken“, so Prof. Lucht.

Die Interviews mit Prof. Lucht finden sich bei DLF und NDR, die Interviews mit Prof. Kemfert bei ZDF heute und Radio Eins.



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