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Nachhaltige Stromversorgung

Im Jahr 2011 hat die Bundesregierung mit ihren Beschlüssen zur Energiewende entscheidende Weichen gestellt: Konsensbeschluss zum Ausstieg aus der Atomenergie, international vorbildliche Klimaschutz- und Ausbauziele für die erneuerbaren Energien bis 2050 und ein umfassendes Maßnahmenpaket. Damit besteht die Chance für den Aufbau einer klimaneutralen und nachhaltigen Stromversorgung. Das Projekt Energiewende erfährt weltweit erhebliche Beachtung. Mit der Reform des EEG im Jahr 2014 wird allerdings das Ausbautempo der erneuerbaren Energien gedrosselt.

In seinem Sondergutachten „Wege zur 100 % erneuerbaren Stromversorgung“ hat der SRU bereits 2011 aufgezeigt, wie ein solcher Übergang in den nächsten Jahrzehnten gelingen kann. Auf der Basis von technisch-ökonomischen Szenarien hat er nachgewiesen, dass es bis spätestens 2050 möglich ist, den Strombedarf in Deutschland vollständig auf der Basis erneuerbarer Energien zu decken.

In einem weiteren, 2013 veröffentlichten Sondergutachten widmet sich der SRU dem „Strommarkt der Zukunft“. Im Lichte seiner Langfristvision einer vollständig erneuerbaren Stromversorgung entwickelt der SRU Vorschläge für einen Übergang, der ein kontinuierliches Wachstum der erneuerbaren Energien mit Kosteneffizienz, Versorgungssicherheit und einer besseren politische Steuerung der Energiewende verbindet.

Zukünftig muss die konventionelle Stromversorgung sich den Erfordernissen der erneuerbaren Energien unterordnen. Ein hoher Anteil an Kohlekraftwerken ist mit der Energiewende nicht vereinbar. Flexible Gaskraftwerke sind für den Übergang zu einer Stromversorgung mit hohen Anteilen erneuerbarer Energien unverzichtbar, während die aktuellen Überkapazitäten an Grundlastkraftwerken schrittweise abgebaut werden müssen.

Die erneuerbaren Energien sollten sich noch stärker dem Markt stellen müssen. Der SRU hat daher die Umstellung der Förderung auf eine verpflichtende Direktvermarktung mit einer gleitenden Marktprämie empfohlen. Die Höhe der Prämie sollte die Refinanzierung der Investitionen und ein kontinuierliches Wachstum der erneuerbaren Energien sichern.

Weitere unverzichtbare Säulen einer nachhaltigen Stromversorgung sind die Steigerung der Energieeffizienz sowie die Einbettung der nationalen Transformation in die europäische Energiepolitik, um beispielsweise die Anbindung und Erschließung der erheblichen Pumpspeicherpotenziale Skandinaviens zu erleichtern.

Im Hinblick auf die Nutzung von Biomasse weist der SRU auf die zum Teil dramatischen ökologischen Folgen der Anbaubiomasseförderung hin. Wegen begrenzter Anbauflächen, zahlreicher Nutzungskonflikte und negativer Umweltwirkungen sind die Potenziale nachwachsender Energierohstoffe in Deutschland sehr begrenzt. In der Stromerzeugung sollte Biomasse möglichst intelligent eingesetzt werden (flexibler Lastfolgebetrieb, Bereitstellung von Systemdienstleistungen).

In der politischen Debatte plädiert der SRU für mehr Kostenehrlichkeit. Der enge Fokus auf die EEG-Umlage überzeichnet die Kostenentwicklung und verstellt den Blick auf die langfristig positive volkswirtschaftliche Gesamtbilanz der Energiewende.

(Stand: Juni 2014)

Gutachten des SRU zum Thema Nachhaltige Stromversorgung:

Den Strommarkt der Zukunft gestalten
Eckpunktepapier, 2013
Präsentation des SRU-Sondergutachtens "Den Strommarkt der Zukunft gestalten" am 27. November 2013 im dbb forum berlin
Stellungnahme Nr. 18:
Fracking zur Schiefergasgewinnung, ein Beitrag zur energie- und umweltpolitischen Bewertung
Sondergutachten "Wege zur 100 % erneuerbaren Stromversorgung", 2011

Sondergutachten "Wege zur 100 % erneuerbaren Stromversorgung", 2011

Kurzfassung für Entscheidungsträger, 2011

Vorstellung des Sondergutachtens "Wege zur 100% erneuerbaren Stromversorgung" am 23.02.2011 im Plenarsaal des Oberverwaltungsgerichtes Berlin-Brandenburg
Powerpointpräsentation der Vorträge, Veranstaltungsfotos, 2011
Stellungnahme Nr. 15: 100% erneuerbare Stromversorgung bis 2050: klimaverträglich, sicher, bezahlbar, 2010
Präsentation : „Klimaverträglich, sicher, bezahlbar: 100% erneuerbare Stromversorgung bis 2050“ in Berlin am 26.05.2010
Veranstaltungsfotos: Veranstaltungsdokumente: Prof. Dr. Martin Faulstich: Powerpointpräsentation, Prof. Dr. Olav Hohmeyer: Powerpointpräsentation, Prof. Dr. Karin Holm-Müller: Powerpointpräsentation und Aufsatz

SRU-Medienbeiträge:

"Raus aus der Kohle": ZEIT-Gespräch mit Prof. Dr. Martin Faulstich, dem Vorsitzenden des Sachverständigenrates für Umweltfragen

Manuskript des Interviews in der ZEIT No. 18 vom 24. April 2014.

"Es gibt keine überzeugenden Argumente für eine Geschwindigkeitsbremse beim Ausbau der Erneuerbaren Energien."
Das Interview mit Herrn Professor Faulstich führte Prof. Dr. Tilman Cosack. (Januar 2014)
Gebremste Energiewende?
Dr. Christian Hey, Generalsekretär des Sachverständigenrates für Umweltfragen in Berlin, über den kritikwürdigen Kurs deutscher Energiepolitik im SWR2 Journal am Morgen

Das Interview mit Herrn Professor Faulstich führte Prof. Dr. Tilman Cosack:

"Es gibt keine überzeugenden Argumente für eine Geschwindigkeitsbremse beim Ausbau der Erneuerbaren Energien." (Januar 2014)

Interview mit Prof. Dr. Martin Faulstich im Deutschlandradio Kultur: "Windkraft ist das Rückgrat der Energiewende" (Januar 2014)

Perspektiven der Energieversorgung

Der Beitrag ist erschienen in: Thomé-Kozmiensky, K. J.; Beckmann, M. (Hrsg.): Dezentrale Energieversorgung. Neuruppin: TK Verlag Karl Thomé-Kozmiensky, 2013, S. 77-87,
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des TK Verlags Karl Thomé-Kozmiensky.

Gutachter fordern mehr Markt für die Erneuerbaren

Deutschlandfunk,UMWELT UND VERBRAUCHER (November 2013)

Dr. Christian Hey in Arte Future: Der Druck wächst: Fracking: Eine Option für Deutschland?

Der Stand der Schiefergas-Diskussion in Deutschland. Doch vor der Bundestagswahl im September 2013 wird es wohl kaum eine politische Lösung des Problems geben. (August 2013)

Ist der Fahrplan der Energiewende noch einzuhalten?
Prof. Faulstich und Prof. Holm-Müller kommentieren kritisch die aktuelle Debatte um die Kosten und das Ausbautempo der erneuerbaren Energien in einem Zeitgespräch des Wirtschaftsdienstes. (Heft 5, Mai 2013)
Dr. Christian Hey auf der «Transition énergétique» vs «Energiewende»
Eine Begegnung von Kommunen aus Frankreich und Deutschland
Stuttgart, 19.-20. März 2013

Energiewendeaußenpolitik – ein Leitbegriff einer europäisch gedachten Energiewende

Impulsreferat, gehalten an der HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance in Berlin Im Rahmen des Trialoges Energiewende (September 2012)

Energiewende(n) in Frankreich und Deutschland

Eine vergleichende Analyse der nationalen Strategien für den Umbau des Energiesystems (A. Rüdinger, Dr. C. Hey) März 2012

Tausche Windenergie gegen Wasserkraft (Dr. Christian Hey) 2013.02.20
Die Kosten der Energiewende:wirklich zu hoch? Ein Zwischenruf von Dr. Christian Hey und Michael Weber, 2012
Deutschlandradio Kultur: Ein Jahr nach Fukushima: Was wird aus der Energiewende?, 2012
Stratégies énergétiques: le modèle allemand en débat
Dr. Christian Hey, Conseil d´Experts sur l`Environnement, Allemagne (SRU), 2012
Neue Herausforderungen für einen Umbau der Stromversorgung, Prof. Dr. Karin Holm-Müller, Michael Weber, 2011
"Deutschland kann ein europäisches Modell für Erneuerbare Energien werden", Dr. Christian Hey, 2011
Plädoyer für eine instrumentelle Flankierung des Emissionshandels im Elektrizitätssektor, Aufsatz Karin-Holm-Müller, Michael Weber, 2010







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