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Meere

Nord- und Ostsee stehen unter einem erheblichen Nutzungsdruck, der zu vielfältigen Belastungen der Ökosysteme führt. Verantwortlich hierfür sind unterschiedliche Verursacher, vor allem die Fischerei, die Landwirtschaft, die Seeschifffahrt sowie die Energie- und Rohstoffgewinnung. Konsequenzen dieser Eingriffe sind unter anderem Veränderungen im Nahrungsnetz, die Schädigung von Bodenlebensgemeinschaften, Eutrophierung, Verlärmung und die Anreicherung von Schadstoffen in Organismen am Ende der Nahrungsketten. Hinzu kommt noch die Belastung mit Plastikmüll und die Erwärmung und Versauerung der Meere.

Für die verantwortlichen Sektoren sind unterschiedliche Politiken maßgeblich. Der Schutz der Meere kann nur dann erfolgreich sein, wenn es gelingt, den Meeresschutz in diese Sektorpolitiken zu integrieren. Die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) der EU verfolgt zwar einen umfassenden Ansatz zum Schutz der Meere, hat aber nur wenig Einfluss auf die relevanten, europäischen Sektorpolitiken. Trotzdem ist eine anspruchsvolle Richtlinienumsetzung mit erheblichen Chancen für den Meeresschutz verbunden. Die Ziele und Instrumente der regionalen Meeresschutzabkommen (Helsinki- und OSPAR-Übereinkommen) sind eine wichtige Grundlage für die MSRL-Umsetzung.

Auf der europäischen Ebene sind die nachhaltige Ausgestaltung der Gemeinsamen Fischereipolitik und der Gemeinsamen Agrarpolitik vorrangig. International müssen die Umweltstandards in der Seeschifffahrt fortentwickelt werden. Ambitionierte Meeresschutzziele, wie sie im Rahmen der MSRL-Umsetzung festgelegt wurden, sollten in der europäischen Meerespolitik verankert werden. Damit könnten sie zu einer Leitlinie für die Weiterentwicklung der Sektorpolitiken werden.

Der Eintrag von Nährstoffen und die damit verbundene Überdüngung ist eins der großen Herausforderungen im Meeresschutz. Insbesondere die Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft, die über die Flüsse in die Meere gelangen, sind ein ernsthaftes Problem. Die Einträge konnten zwar gemindert werden, nicht aber in dem Maße, wie es erforderlich ist, um die Eutrophierung zu stoppen. Aus diesem Grunde sind weitere Maßnahmen speziell im Rahmen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und der Nitratrichtlinie erforderlich.

Eine weitere wichtige Maßnahme zum Schutz der Meere ist die Schaffung wirksamer Meeresschutzgebiete. Die wirtschaftlichen Aktivitäten in diesen Gebieten müssen über Managementpläne geregelt und wenn erforderlich, auch eingeschränkt werden.  Raumordnungspläne für die deutsche ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) dienen dazu, auch außerhalb von Schutzgebieten die Meeresnutzungen zu steuern.

Eine institutionelle und personelle Stärkung des Meeresschutzes in Deutschland ist unabdingbar, damit die Erhaltung der marinen Biodiversität und der maritimen Ressourcen gelingt. In diesem Zusammenhang ist die Einrichtung eines Meeresbundesamtes zu prüfen.

(Stand: Januar 2015)

Gutachten des SRU zum Thema Meere:

Sondergutachten (Kurzfassung)

"Stickstoff: Lösungsstrategien für ein drängendes Umweltproblem" (2015)

Sondergutachten (Hausdruck)

"Stickstoff: Lösungsstrategien für ein drängendes Umweltproblem" (2015)

Aktuelle Stelllungnahme Nr. 17 (2012) Für einen wirksamen Meeresnaturschutz:
Fischereimanagement in Natura 2000-Gebieten in der deutschen AWZ
Umweltgutachen 2012, Kapitel 8, Sektorübergreifender Meeresschutz
Aktuelle Stellungnahme Nr. 16, Fischbestände nachhaltig bewirtschaften, 2011
Umweltgutachten 2008 "Umweltschutz im Zeichen des Klimawandels": Kap. 7.5
Sondergutachten 2004 "Meeresschutz für Nord- und Ostsee"

SRU-Medienbeiträge und Zeitschriftenartikel

Bewertung der Reform der Europäischen Fischereipolitik in „Marine Policy“, July 2014

Fischereimanagement in Meeresschutzgebieten - Hürden und Optionen der Konfliktlösung

Vortrag von Dr. Markus Salomon (SRU) auf dem Meeresumweltsymposium 2013 in Hamburg

Meeresschutz- ein Beitrag des SRU
Vortrag auf dem 21. Meeresumweltsymposium am 7. Juni 2011 in Hamburg.
Nachhaltigkeit neu denken - und definieren!
Artikel zum 21. Meeresumweltsymposium aus der WATERKANT, Zeitschrift für Umwelt + Mensch + Arbeit in der Nordseeregion, 2011





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