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Luftreinhaltung

Trotz der bisher erzielten Reduktionserfolge sind die Belastungen von Mensch und Umwelt durch Luftschadstoffe immer noch zu hoch.

Zu den Luftschadstoffen zählen insbesondere Stickstoffoxide (NOx), Feinstaub (PM2,5, PM10) und Ozon. Sie schädigen direkt die menschliche Gesundheit. Ihre Konzentrationen in der Luft überschreiten vor allem in den Ballungsgebieten Deutschlands und Europas die gesundheitsbezogenen Grenzwerte der europäischen Luftreinhalterichtlinie. Außerdem führen die Einträge von NOx  und Ammoniak (NH3) über den Luftpfad zur Versauerung und Eutrophierung von Ökosystemen und sind damit ein wichtiger Faktor für den Verlust an Biodiversität in Deutschland und in Europa. Die EU-Mitgliedstaaten sind weit davon entfernt, ihr  Ziel für eine Luftqualität ohne signifikante schädliche Auswirkungen für Mensch und Umwelt zu erreichen.

Dennoch wollte die Europäische Kommission ihre Vorschläge für eine bessere Luftqualität bis 2030 im Dezember 2014 ursprünglich zurückziehen. Nach Protesten der Umweltminister, des Europäischen Parlaments und vieler Verbände ist nun aber eine Verabschiedung des Legislativpakets bis 2016 zu erwarten.

In Deutschland müssen vor allem die Emissionen aus dem Verkehr, aus der Landwirtschaft sowie aus Verbrennungs- und Feuerungsanlagen weiter gemindert werden. Um die Luftbelastungen in den städtischen Ballungsgebieten zu mindern, sind für viele deutsche Städte Luftreinhalte- und Aktionspläne aufgestellt worden. Dort sind die Emissionen des Straßenverkehrs eine der wichtigsten Ursachen für die Überschreitungen der Stickstoffdioxid (NO2)- und Feinstaubgrenzwerte. Einzelne Minderungsmaßnahmen im Verkehrssektor allein werden jedoch nicht ausreichen, um die Immissionsgrenzwerte für NO2 und PM10 einzuhalten. Notwendig ist in jedem Fall eine Kombination von Maßnahmen. Bei den technischen Maßnahmen steht die Weiterentwicklung der europäischen Abgasnormen, insbesondere die Überarbeitung des Typprüfzyklus, im Vordergrund. Außerdem sollte die Privilegierung von Dieselfahrzeugen, die derzeit noch besonders hohe Feinstaub- und Stickstoffoxidemissionen aufweisen, über die Kraftstoffsteuer abgeschafft werden. Die Wirksamkeit von Umweltzonen kann gesteigert werden, wenn diese durch Maßnahmen zur Stärkung des Umweltverbundes (Fußwege, Fahrradwege, ÖPNV) begleitet werden. Außerdem sind Maßnahmen zur Verkehrsvermeidung notwendig. Hierzu empfiehlt sich die Einführung einer integrierten kommunalen Gesamtverkehrsplanung.

Die Anstrengungen der Städte und Gemeinden, die Immissionsbelastungen vor Ort zu mindern, müssen aber durch bundes- und EU-weite quellenbezogene Emissionsreduktionen, die zur Reduktion der Hintergrundbelastung in den Überschreitungsgebieten beitragen, unterstützt werden. Entscheidend hierfür sind strenge Emissionsgrenzwerte für die maßgeblichen Emittentengruppen des Kraftfahrzeugverkehrs, der Binnenschifffahrt, der Feuerungs- und sonstigen Industrieanlagen sowie der Landwirtschaft. Nur durch das Zusammenwirken anspruchsvoller Maßnahmen auf den kommunalen, nationalen und europäischen Ebenen kann es gelingen, die Immissionsbelastungen deutlich zu senken.

Bei den atmosphärischen Emissionen der Seeschifffahrt, die an erster Stelle die Hafenstädte, Küsten und die Meere belasten, stehen internationale Vorgaben im Vordergrund. Ein wichtiger Schritt zur Belastungsminderung, war die Ausweisung von Nord- und Ostsee als Emissionsüberwachungsgebiete, damit dort strengere Abgasnormen Geltung erlangen. Bisher betreffen diese aber nur Schwefeldioxid.

(Stand: Januar 2015)

Gutachten des SRU zum Thema Luftreinhaltung:

Sondergutachten (Kurzfassung)

"Stickstoff: Lösungsstrategien für ein drängendes Umweltproblem" (2015)

Sondergutachten (Hausdruck)

"Stickstoff: Lösungsstrategien für ein drängendes Umweltproblem" (2015)

Umweltgutachten 2008 "Umweltschutz im Zeichen des Klimawandels": Kapitel 4
Sondergutachten "Umwelt und Straßenverkehr" 2005
Stellungnahme "Feinstaub durch Straßenverkehr" 2005

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