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Lebensmittelkonsum

Der Lebensmittelkonsum hat über Produktion, Verarbeitung, Transport und Abfall  erheblichen direkten und indirekten Einfluss auf Umwelt und Natur. Dies gilt vor allem für den Fleischkonsum und  den Konsum von Milchprodukten. Der  Konsum tierischer Produkte in Deutschland verursacht je “Kalorie” deutlich mehr negative Umweltveränderungen als pflanzliche Produkte. Er ist m Hinblick auf die wachsende Weltbevölkerung und die gravierenden Umweltfolgen einer intensiven Veredelungslandwirtschaft nicht global verallgemeinerungsfähig und daher zu hoch. Es stellt sich somit die Frage, wie die Politik entlang der logistischen Kette und bei den Endverbrauchern einen umweltbewussteren Konsumstil anstoßen  kann, ohne zu bevormunden.

Einer der zentralen konsumseitigen Ansatzpunkte ist die Reduzierung der Lebensmittelabfälle. Die EU hat  das Ziel aufgestellt, die Menge der Lebensmittelabfälle bis 2020 zu halbieren.

Wünschenswert ist auch, dass der Konsum tierischer Produkte reduziert wird und sich verstärkt an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation orientiert. Zur Förderung eines umweltbewussteren und gleichzeitig gesünderen Konsumstils und zur Reduzierung der Lebensmittelabfälle sollten Informationskampagnen verstärkt, Bildungsangebote verbessert und das Angebot im öffentlichen Außer-Haus-Verzehr umgestaltet werden. Auch sollte die Politik vermehrt die Einrichtung von Dialogforen und Runden Tischen zur Vernetzung privater Akteure anregen, um die großen Potenziale zu nutzen, die nicht-staatliche Akteure in diesem Bereich haben. Weiterhin empfieht der SRU,  die steuerliche Begünstigung tierischer Produkte durch den reduzierten Mehrwertsteuersatz abzuschaffen.

Soweit es gelingt, den Konsum an tierischen Produkten zu verringern, sollten diese bevorzugt aus extensiver Weidehaltung bzw. aus Fütterung mit extensiv produziertem Futter stammen.

(Stand: Januar 2015)

Gutachten des SRU zum Thema Lebensmittelkonsum:


Umweltgutachten 2012: "Verantwortung in einer begrenzten Welt", Kapitel 3:" Lebensmittelkonsum als Gegenstand von Politik"

SRU-Medienbeiträge:

 

Foto Braodcast Studio

GAiA 1 | 2016: "Shaping Change-Food Consumption Patterns and Reactive Nitrogen as a Policy Field in a Finite World"

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