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Klimaschutz

Die  hauptsächlich durch menschliche Aktivitäten verursachte  Erwärmung des Erdklimas schreitet unvermindert voran. Die Dringlichkeit einer schnellen Trendwende wird weitgehend anerkannt. So besteht internationaler Konsens, dass der Temperaturanstieg wegen unkontrollierbarer Risiken möglichst unter 2°C bleiben sollte. Der 5. Sachstandsbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) von 2014 bestätigt, dass dieses Ziel  nur noch durch außergewöhnliche Anstrengungen erreicht werden kann.

Im Jahre 2015 wird in Paris ein neues internationales Klimaschutzabkommen verhandelt. Es zeichnen sich dabei neue interessante Entwicklungen ab, so insbesondere eine neue Klimapolitik in den USA und in China. Umso wichtiger ist es, dass Deutschland und die EU ihre bisherige Vorreiter- und Motorenrolle in der internationalen Klimapolitik verstärkt fortsetzen. Eine engagierte nationale und regionale Klimapolitik kann  vielfältige wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen. Die EU ist die einzige Weltregion, die sich im Hinblick auf das 2° C–Ziel vorgenommen hat, eine emissionsarme Ökonomie und eine nahezu emissionsfreie Stromversorgung bis 2050 zu erreichen. Bis 2050 sollen die Treibhausgase um 80 – 95% reduziert werden. Bei der Fortsetzung einer ambitionierten europäischen Klimapolitik kommt Deutschland eine Schlüsselrolle zu, die es nur bei einer glaubwürdigen eigenen Politik auch ausfüllen kann.

Die Ausgestaltung der deutschen und europäischen Klimapolitik gehört zu den Arbeitsschwerpunkten des SRU. Strategien zur Minderung von Treibhausgasemissionen betreffen zahlreiche Wirtschaftssektoren (z.B. Energie, Verkehr, Landwirtschaft, Industrie) und besitzen Wechselwirkungen mit anderen Umweltthemen (z.B. Biodiversität).

In einem Beitrag zur Konsultation der EU Kommission zum Grünbuch „Ein Rahmen für die Klima- und Energiepolitik bis 2030“ betont der SRU die Bedeutung von ehrgeizigen Zielen für 2030 für die Bereiche Emissionsminderung, erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Um auf dem Zielpfad für 2050 zu bleiben, sollte die EU ein deutlich ehrgeizigeres Reduktionsziel als das aktuell verhandelte 40% -Ziel anstreben.

In einem Sondergutachten zur Zukunft des Strommarkts (2013) hat der SRU Reformvorschläge in den Bereichen Strommarktdesign, Förderung der erneuerbaren Energien, europäischer Emissionshandel, Versorgungssicherheit und Governance der Energiewende vorgelegt. Ein deutliches Preissignal durch den europäischen Emissionshandel oder weitergehende nationale Maßnahmen erachtet der SRU als eine Erfolgsbedingung für einen funktionsfähigen Strommarkt.  Das Sondergutachten baut auf früheren Arbeiten des SRU zu einer 100% erneuerbaren Stromversorgung auf (Siehe Themenseite Nachhaltige Stromversorgung).

In einer Stellungnahme zur Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten (2013) plädiert der SRU für einen nüchternen Umgang mit den Chancen und Risiken von Fracking. Die Gewinnung von Erdgas durch Fracking ist für die Energiewende entbehrlich. Die Technologie sollte wegen gravierender Wissenslücken über die Umweltauswirkungen vorläufig noch nicht kommerziell eingesetzt werden.

Im Umweltgutachten 2012 hat sich der SRU insbesondere mit zwei klimaschutzrelevanten Themen beschäftigt: mit dem Güterverkehr und mit Mooren und Wäldern als Senke und Quelle von Treibhausgasemissionen.

Beim Güterverkehr hat der SRU festgestellt, dass ein ungebrochenes Wachstum des Güterverkehrs die nationalen Klimaschutzziele gefährden würde. Der SRU empfiehlt insbesondere eine Revision der überzogenen Wachstumsprognosen und die Elektrifizierung des Güterverkehrs auf der Basis erneuerbarer Energien. (Siehe Themenseite Verkehr)

Die Trockenlegung von Mooren und die forstwirtschaftliche Übernutzung der Wälder sind eine in der politischen Diskussion unterschätzte Quelle von Treibhausgasemissionen. Der SRU empfiehlt in diesem Zusammenhang Nutzungsbegrenzungen, ökologische Standards und den Ausbau von Finanzierungsinstrumenten, um die öffentlichen Leistungen dieser Ökosysteme erhalten zu können. (Siehe Themenseiten Moore und Wälder)

(Stand: Juni 2014)

Gutachten des SRU zum Thema Klimaschutz:

10 Thesen zur Zukunft der Kohle bis 2040

Kommentar zur Umweltpolitik Nr. 14

Sondergutachten "Den Strommarkt der Zukunft gestalten"
Hausdruck, 2013
Den Strommarkt der Zukunft gestalten
Eckpunktepapier, 2013
Fracking zur Schiefergasgewinnung
Ein Beitrag zur energie- und umweltpolitischen Bewertung
Stellungnahme Mai 2013

An Ambitious Triple Target for 2030

Comment to the Commission’s Green Paper “A 2030 Framework for Climate and Energy Policies” (COM(2013) 169 final)

Umweltgutachten 2012
Kapitel 4: Güterverkehr imd Klimaschutz
Umweltgutachten 2012
Kapitel 6: Umweltgerechte Waldnutzung
Umweltgutachten 2012
Kapitel 7: Moorböden als Klimaspeicher
Sondergutachten "Wege zur 100 % erneuerbaren Stromversorgung", 2011
Kurzfassung für Entscheidungsträger, 2011
Kommentar zur Umwelt Nr. 6 "Klimaschutz in der Finanzkrise" (2008)
Umweltgutachten 2008 "Umweltschutz im Zeichen des Klimawandels": Kap. 3

SRU-Medienbeiträge:

"Raus aus der Kohle": ZEIT-Gespräch mit Prof. Dr. Martin Faulstich, dem Vorsitzenden des Sachverständigenrates für Umweltfragen

Manuskript des Interviews in der ZEIT No. 18 vom 24. April 2014.

August 2013
Dr. Christian Hey in Arte Future: Der Druck wächst: Fracking: Eine Option für Deutschland?
Der Stand der Schiefergas-Diskussion in Deutschland.

2013.04.09

Multilevel Energy Policy in the EU: Paving the Way for Renewables? By Prof. Calliess (FU Berlin) and DirProf. Hey (SRU)

2012.11.23

Presseerklärung: Die Perspektive von Doha – Zeit vor 2020 nutzen

Klimaberater der Bundesregierung: EU soll ihre Emissionen um 30 Prozent mindern

[BILD]2011.06.15
Fahrplan für eine CO2-arme Wirtschaft
2011.06.15
"Deutschland kann ein europäisches Modell für Erneuerbare Energien werden" (Dr. Christian Hey)
2010.01.15
"Das ist der Gipfel - Wie ist das Klima zu retten?" (Prof. Dr. Miranda Schreurs)
2008.06.15
Rediscovery of hierarchy: The new EU climate policies (Dr. Christian Hey)



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